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Chronik des Heimat- und Volkstrachtenvereins

„ Regentaler “ Grafenwiesen e.V. 1927

Der Verein wurde am 14. März 1927 als Volks- und Gebirgstrachtenverein “ Regentaler “ Grafenwiesen gegründet. Die Gründungsmitglieder waren:

Gogeißl Max, Gogeißl Zenz, Tauer Karl, Gogeißl Josef, Brandl Josef, Baumann Hans, Gogeißl Hans, Baumann Karl, Brunhofer Xaver, Stoiber Josef, Schierlitz Karl, Brandl Karl, Brunhofer Franziska, Berzl Franz, Gogeißl Ottilie, Bauer Pauline, Aschenbrenner Franz und Veronika, Brandl Anna, Eiser Hedwig, Schierlitz Franziska.

Als Gründungs- und Vereinslokal wurde das Gasthaus Alois Schegerer gewählt.

Der äußere Anlass der Vereinsgründung war zweifellos die Freude am Plattln, und so wurde Samstag für Samstag fleißig geprobt; unter der Woche auch noch im Hause des Vereinsgründers Max Gogeißl. Der Vereinsmusiker, der zu jeder Probe aufspielte, war das Gründungsmitglied Tauer Karl. Es bildete sich eine so gute Tanzgruppe, dass viele Vereine nach Grafenwiesen kamen, um das Plattln zu erlernen.

Die “Regentaler“ sind heute noch stolz darauf, dass sie bereits bei der Gründung - trotz schwerer finanzieller Notlage - acht Paare vollständig in Originaltrachten einkleiden konnten. In dieser Hinsicht hat der Kötztinger Ostmarkonkel, Konrad Krämer, sich große Verdienste erworben und wurde deshalb auch zum Ehrenvorstand des Grafenwiesener Trachtenvereins ernannt.

Neben dem Plattln wurde auch der bodenständige Volkstanz nicht vergessen, sondern fleißig geübt.

Das 1. Gründungsfest feierten die “ Regentaler “ Grafenwiesen vom 14. - 15 Juli 1928, zugleich wurde das 3. Kreisfest der Trachtenvereine Niederbayern durchgeführt. Dieses Fest wurde von vielen Vereinen aus Niederbayern und der Oberpfalz besucht.

Im Jahre 1931 stieß auch der große Trachtenpionier Tauer Franz zum Verein. Dieser war viele Jahre hindurch Schriftführer.Viele heimische Gedichte, Lieder und Theaterstücke stammen aus seiner Feder und sind heute noch bekannt.

Die Vorstandsmitglieder Gogeißl Max und Tauer Franz waren maßgeblich an der Gründung des Bayerischen Waldgaues beteiligt, der am 15. November 1931 ins Leben gerufen wurde. Außer Grafenwiesen und Viechtach schlossen sich noch weitere sechs Vereine dem Bayerischen Waldgau an.

Am 28. August 1933 wurde die Hindenburg-Kanzel am Brennes eingeweiht, zu dem nur Volkstrachtenvereine zugelassen waren. Aus Grafenwiesen nahmen acht Paare an diesem Fest teil; die meisten kamen zu Fuß bzw. mit dem Fahrrad, da die Kosten für Bahn und Bus nicht erbracht werden konnten.

Da während des Krieges die Vereinstätigkeit ruhte, wurden die Beiträge von der Kassiererin Gogeißl Zenz erhoben und somit das Vereinsgefüge erhalten. Obwohl der „Zweite Weltkrieg“ unter den Vereinsmitgliedern viele Opfer gefordert hatte, wurde er am 4. Mai 1946 wieder aktiv weitergeführt. Seit diesem Zeitpunkt blühte er wieder auf und es entwickelte sich ein reges Vereinsleben.

In den schweren Nachkriegsjahren konnte der Verein sich nur unter großen finanziellen Opfern eine Fahne anschaffen, die am 2. Juni 1951 eingeweiht wurde.

Bereits im Jahre 1954 stellte sich der Verein vollständig auf die Volkstracht um und änderte seinen Namen in: Heimat- und Volkstrachtenverein “Regentaler” Grafenwiesen.

Das schlechte Material der Nachkriegszeit und die damals knappen Finanzen bedingten, dass bereits im Jahre 1966 eine neue Fahne angeschafft werden musste, die beim Gautrachtenfest am 2. / 3. Juli geweiht wurde. Fischer Rosa übernahm das Amt der Fahnenmutter und als Patenverein fungierten die “Riedlstoana“ aus Arrach.Da beide Feste, 1951 und 1966, sehr gut besucht waren, so zeugt das davon, dass die “Regentaler“ stets mit einer starken Abordnung an den auswärtigen Festen beteiligt waren. So standen sie bei nicht weniger als 13 Vereinen 20-mal als Pate zur Seite.

Am 3. Juli 1969 wurde der Verein beim Amtsgericht Kötzting in das Vereinsregister eingetragen. Vom 29. Juli bis 1. August 1977 feierte der Verein sein 50-jähriges Gründungsfest, verbunden mit dem Gautrachtenfest des Bayerischen Waldgaues. Schegerer Rosa stellte sich als Fahnenmutter zur Verfügung und als Schirmherr fungierte Herr Schulz Georg. Patenverein waren die “D`Riedlstoana“ Arrach.

Der langjährige Vorstand und Ehrenvorstand Stoiber Franz war ein großer Trachtenpionier und prägte das Bild der “ Regentaler “. Als 1. Gauvorplattler und später als 1. Gauvortänzer ernannte ihn der Bayerische Waldgau für seine langjährige Tätigkeit zum Gauehrenmitglied.

Am 30. März 1983 wurde ihm im Rahmen eines Festaktes der Verdienstorden am Bande der Bundesrepublik Deutschland durch den damaligen Staatssekretär Dr. Max Fischer verliehen. Plötzlich und unerwartet verstarb Vorstand Stoiber Franz am 19. März 1984 und 17 Fahnen senkten sich über seinem Grab zum letzten Gruß.Wittmann Josef, 2. Vorstand leitete bis zur Neuwahl von Stoiber Maria zum 1. Vorstand die Geschicke des Vereins.

Vom 31. Juli - 3. August 1987 hieß es: „Herzlich Willkommen in Grafenwiesen“ zum 60-jährigen Gründungsjubiläum des Vereins. Als Pate stand uns der Heimat- und Volkstrachtenverein “D` Hohenbogener“ Rimbach zur Seite. Eine charmante Festmutter gab Späth Elfriede (geb. Müller) ab. Das Amt des Schirmherrn übernahm der damalige Bürgermeister Brandl Max.

Bei der Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen im September 1988 wurde Baumann Hans zum 1. Vorstand gewählt. Dieses Amt führte er bis zum Jahre 2000 aus. 1990 stellte sich der Verein auf die erneuerte Volkstracht um.

Im Jahre 1991 zeichnete das Bayerische Fernsehen die Sendung “Heimatabend im Bayerischen Wald“ auf, bei der unser Vortänzerpaar Breu Adolf und Roswitha in der Volkstanzgruppe des Bayerischen Waldgaues mitwirkte.

Im Juni 1991 beteiligte sich der Verein am 65-jährigen Gründungsfest mit Gau- und Bezirksfest der “D` Hoamattreuen“ Duisburg. Mit diesem Verein verbindet uns eine langjährige Freundschaft, da deren Gründungsmitglieder Grafenwiesener waren.

Zwei Monate später, im August 91, stand man den “Kaitersbergler“ Hohenwarth bei ihrem 65-jährigen Gründungsfest als Pate zur Seite. Das Patenband überreichte Pfeffer Regina ( geb. Holzapfel ).

Am 9. Januar 1992 verstarb im Alter von 84 Jahren das Gründungsmitglied Gogeißl Max. Aufgrund seiner großen Verdienste wurde ihm bereits 1951 die Ehrenmitgliedschaft des Vereins übertragen. Seit März 1955 war er auch Ehrenmitglied des Bayerischen Waldgaues und seit September 1975 Ehrenmitglied des Landesverbandes Bayerischer Heimat- und Volkstrachtenvereine e.V.

Am 2. September 1995 musste der Verein von seinem Gründungs- und Ehrenmitglied Brunhofer Xaver Abschied nehmen, der im Alter von 86 Jahren verstarb.

Bei der Gebietstanzprobe im November 1995 wird Breu Adolf, der 1. Vortänzer unseres Vereins, zum Gebietsvortänzer für den Bereich Kötzting bestellt. Er wurde somit beauftragt mit elf Trachtenvereinen von Miltach bis Lohberg Volkstänze einzustudieren und zu üben.

Am 4. Mai 1996 verlor der Verein sein letztes Gründungsmitglied, Herrn Baumann Hans sen. Er wurde 86 Jahre alt. Im gleichen Jahr am 9. Dezember 1996 kam ein weiteres Ehrenmitglied des Vereins, Frau Tauer Maria, bei einem tragischen Verkehrsunfall ums Leben.

Am 25. Dezember 1998 verstarb unser Ehrenmitglied, Fahnenmutter von 1966 und Ehrenfahnenmutter Frau Fischer Rosa.

Frau Baumann Anna, Ehrenmitglied des Vereins und ausgezeichnet mit der Ehrennadel des Landesverbandes verstarb am 11. Januar 1999 im Alter von 85 Jahren.

Nachdem der jahrelang abgehaltene Kathreintanz, veranstaltet vom Bayerischen Waldgau, nicht mehr stattfand, ergriff 1999 sogleich der Trachtenverein Grafenwiesen die Gelegenheit diesen alten Brauch weiterleben zu lassen.

Ebenso werden ab Mai 1999 wieder Maiandachten abgehalten.

Im Juli 2000 wurde uns die große Ehre zuteil, das 75-jährige Gründungsfest des Heimat- und Volkstrachtenvereins Blaibach als Ehrenpatenverein mitzufeiern. Das Ehrenband wurde von Silke Breu übergeben.

Die Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen fand am 15. September 2000 statt. Als neuer Vorstand leitet Breu Adolf die Geschicke des Vereins. Ihm steht eine junge, tatkräftige Vorstandschaft zur Seite, die nun das anstehende 75-jährige Gründungsfest verbunden mit dem 1. Gautrachtenfest 2002 des Bayerischen Waldgaues vom 5. - 8. Juli 2002 vorbereiten wird.

Am 3. Dezember 2000 verstarb kurz vor seinem 87. Geburtstag unser Ehrenmitglied Gogeißl Heinrich. Wegen seiner großen Verdienste um den Verein und der Trachtenbewegung, wurde er 1960 zum Ehrenmitglied ernannt, außerdem war er Träger des Landesverbands - Ehrenabzeichens.

Am 17. Dezember 2000 veranstaltete der Heimat- und Volkstrachtenverein “Regentaler“ Grafenwiesen in der hiesigen Pfarrkirche “Zur Heiligsten Dreifaltigkeit“ ein Adventsingen, an dem sich 10 Musikgruppen beteiligten und dessen Reinerlös ausschließlich für die Neurenovierung unserer Kirche verwendet wurde.

Im September 2001 begannen dann die genaueren Vorbereitungen für das 75- jährige Gründungsfest, das im Juli 2002 stattfinden sollte. So traf sich eine Abordnung des Trachtenvereins am 28. September 2001, um Monika Betz-Brem um die Übernahme des Ehrenamtes der Festmutter zu bitten. Diesem Festmutterbitten folgte am 20. Oktober 2001 das Schirmherrenbitten bei Alwin Becker und am 3. November 2001 das Festbraut- und Festdamebitten bei Silke und Jasmin Breu. Als Patenverein hatten man sich die “Kaitersbergler“ aus Hohenwarth auserkoren, die man am 2. März 2002 mit Hilfe eines Bierfasses um die Übernahme der Patenschaft bat.

Vom 5. – 8. Juli 2002 feierte der Trachtenverein Grafenwiesen seinen 75. Geburtstag verbunden mit dem 1. Gautrachtenfest des Bayerischen Waldgaues. Die Festmutter Monika Betz-Brem, die Festbraut Silke Breu und die Patenbraut der „Kaitersbergler“ Hohenwarth Lisa Heitzer beschenkt die Fahne der „Regentaler“ Grafenwiesen zu diesem Anlass mit neuen Fahnenbändern. Das Ehrenband für unseren Patenverein übergab die Festdame Jasmin Breu. Dieses Fest der Superlative wurde bei strahlendem Sonnenschein von zahlreichen Vereinen und Gästen besucht und war somit ein voller Erfolg. Das 75- Gründungsjubiläum nahm der Heimat- und Volkstrachtenverein „Regentaler“ Grafenwiesen zum Anlass, langjährige und verdiente Mitglieder zu ehren. Auf Grund ihrer besonderen Verdienste wurden Hans Baumann sen. und Alt-Bürgermeister Max Brandl zu Ehrenmitgliedern ernannt. Zum Ehrenmitglied und zur Ehrenfestmutter wurde Elfriede Späth ernannt. Auch der Bayerische Waldgau hatte Anlass zu danken und zu ehren. Durch den Vorsitzenden Sepp Schiller und seinem Stellvertreter Franz Rainer erhielten Maria Stoiber und Josef Wittmann den großen Gau - Ehrenbrief.Durch den stellvertretenden Landesverbands- Vorsitzenden Bernd Walter erhielten Maria Stoiber und Josef Wittmann am Festsonntag das Landesverbandsehrenzeichen in Silber.

Am 3. Oktober 2002 machten sich dann zahlreiche Trachtler auf dem Weg zum Kolmsteiner Kircherl, denn man hatte versprochen einen Fußmarsch dorthin zu unternehmen, falls das Gründungsfest bei schönem Wetter gefeiert werden könne. Auch einige Mitglieder des Patenvereins “ Kaitersbergler“ Hohenwarth unterstützen die Grafenwiesener bei der Einlösung des Versprechens.

Am 26. Oktober 2002 fand der Abschluss- und Helferabend statt.

Am 8. August 2003 verstarb Hans Baumann (Fendl Hans), der lange Zeit die Geschicke des Vereins als 1. Vorstand geleitet hatte. Er erhielt 1970 und 1977 das Landesverbandsverdienstabzeichen für besonders herausragende Verdienste um das Trachtenwesen. Beim 75-jährigen Gründungsjubiläum im Juli 2002 wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft im Verein übertragen.

Am 3. Februar 2007 verstarb nach langer Krankheit das Ehrenmitglied, die Ehrenfestmutter und Vereinswirtin Rosa Schegerer. Rosa Schegerer gehörte seit 1967 dem Verein an. Beim 50-jährigen Gründungsfest 1977 übernahm sie das Amt der Festmutter und beim 60-jährigen Gründungsfest 1987 fungierte sie als Ehrenfestmutter. 1977 wurde ihr außerdem die Ehrenmitgliedschaft übertragen. Rosa Schegerer hat auch als Vereinswirtin den Trachtenverein Grafenwiesen immer tatkräftig unterstützt.

Im Juni 2007 wurde uns die große Ehre zuteil, das 80-jährige Gründungsfest des Heimat- und Volkstrachtenvereins „D´Riedelstoana“ Arrach als Ehrenpatenverein mitzufeiern. Dies war den „Regentalern“ eine sehr große Freude, da sich beide Vereine schon lange Jahre gegenseitig unterstützt und als Paten zur Seite gestanden sind. Das Ehrenband wurde von Corrina Reitmayer, der Enkelin von Maria und Franz Stoiber übergeben.

Unsere großen Ziele sind weiterhin, die Jugendarbeit, der Erhalt und die Pflege des Volksliedes, der Volksmusik, des Volkstanzes und das Theaterspielen.

Treu der Sitt - Treu der Tracht – Treu der Heimat