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Festverlauf des 75-jährigrn Gründungsfest der "Regentaler" Grafenwiesen mit 1. Gautrachtenfest vom 5. - 8. Juli 2002
 

Freitag, 5. Juli 2002      
 
Obwohl der Wetterbericht nicht viel Gutes erahnen ließ, erlebten der Festverein und seine Gäste viel Sonnenschein schon beim Festauftakt.
 
Bereits um 16 Uhr trafen sich die Vereinsmitglieder beim Gasthaus Schegerer, um dann anschließend nach altem Brauch den Patenverein „Kaitersbergler” Hohenwarth, der sich am Bahnhof bereitstellte, unter der musikalischen Führung der Blasmusik Pemmerl einzuholen. Weiter ging es sodann zur Festbraut Silke Breu und Festdame Jasmin Breu (die mit ihren Begleiterinnen im Proberaum der Schule warteten), zum Schirmherrn Alwin Becker und zur Festmutter Monika Betz-Brem. Wieder am Dorfplatz angekommen, stärkten sich die Festteilnehmer mit ein paar kühlen Getränken.
 
Vor imposanter Zuhörer- und Zuschauerkulisse gaben der FFW-Spielmannszug und die Kapelle Pemmerl ein Standkonzert und stimmten ihr Publikum auf das bevorstehende Ereignis ein.
 
Unter weiß – blauen Himmel formierten sich dann die Mitglieder des Fest- und Patenvereins, die Festpersönlichkeiten, Bürgermeister und Gemeinderäte, die Repräsentanten der Festbrauerei Aldersbacher, Ex – Landrätin Paula Volkholz, mehrere ehemalige Patenvereine und ausnahmslos alle Ortsvereine, um dann um ca. 18.30 Uhr ins Festzelt einzuziehen. Insbesondere die Festmutter, Festbraut und Festdame, sowie die Patenbraut in ihren schmucken Festdirndln wurden viel bewundert und beklatscht.
 
Im herrlich geschmückten Aldersbacher-Festzelt hieß der Trachtenvereinsvorsitzende Adolf Breu im Namen des Festvereins alle Gäste willkommen uns stieß mit ihnen auf ein gutes Gelingen des Jubiläumsfestes an. Er übergab sodann das Zepter an Festleiter Johann Baumann, der für den weiteren Festverlauf zuständig war.
Dieser begrüßte alle erschienenen Ehrengäste und die anwesenden Patenvereine. Ein paar persönliche Grußworte sprachen auch Schirmherr Alwin Becker, Festmutter Monika Betz-Brem, die Vorsitzende des Patenvereins Elfriede Heitzer, Bürgermeister Josef Dachs und Vertriebsleiter Franz Fuchs von der Brauerei Aldersbacher. Danach nahm die Kapelle Sepp Dobler aus Chamerau das musikalische Zepter fest in die Hand und bescherte allen Festzeltbesuchern einen schönen Abend.
 
Samstag, 6. Juli 2002 
 
Der zweite Tag des Gründungsfestes begann für den Festverein um 14 Uhr, wo wiederum der Patenverein und anschließend die Festmutter, der Schirmherr und die Festdamen eingeholt wurden. Mittlerweile hatte sich auch der Trachtenverein „d`Hoamattreuen Duisburg” zur Festgesellschaft gesellt.
 
Um 14.30 Uhr traf man sich in der Pfarrkirche zu einer kurzen Andacht zum Totengedenken, die von vereinseigenen Gruppen gestaltet wurde. Es spielten eine verstärkte Stubenmusik (Annemarie Dachs, Regina Pfeffer, Evi Dachs, Brigitte Baumann, Ulrike Raab, Josef Stoiber, Gabi Stoiber), das Gesangstrio (Annemarie Dachs, Evi Dachs, Regina Pfeffer) sang ein Marienlied, Alt- Bürgermeister Josef Ritzenberger trug mit musikalischer Umrahmung die Fürbitten vor und Hans Amesberger regte mit einem besinnlichen Mundart-Gedicht zum Nachdenken an. Nach dem Schlussgebet von Pfarrer BGR Karl Schmid sangen noch alle gemeinsam das Lied „Segne du Maria”.
 
Am Feldkreuz bei den vereinseigenen Totenbrettern würdigte Festleiter Johann Baumann die hier verewigten verstorbenen Vereinsmitglieder. Sie alle hätten dazu beigetragen, dass man in diesen Tagen das 75-jährige Gründungsfest feiern kann. Ihnen zum Gedenken legte er im Namen des Festvereins ein Blumengebinde nieder. Die Fahnen senkten sich, als die Kapelle „Gsteckenriebler” aus Wiesenfelden das Lied vom „Guten Kameraden” intonierte.
 
Nach diesem besinnlichen Teil des Nachmittags machte man sich sodann, angeführt von der Musikkapelle auf den Weg zum Hotel „Birkenhof”, wo der Schirmherr und die Festmutter zur Bewirtung eingeladen hatten. Die zahlrei-chen Vereinsmitglieder erwartete ein üppiges Büffet mit allerlei kulinarischen Köstlichkeiten (vorbereitet von Hotelchef Johann Gmach mit Team), wo für jeden Gaumen etwas dabei war. Bei herrlichem Sonnenschein saß man noch einige Zeit bei musikalischer Unterhaltung durch die „Gsteckenriebler” im Freien bzw. unter der überdachten Terrasse.
 
Nachdem man sich hier bestens gestärkt hatte, formierte sich der Zug wieder und man machte sich auf den Weg ins Festzelt.
 
Um 17 Uhr begann pünktlich der Festakt des Bayerischen Waldgaues. Festleiter Johann Baumann konnte hier neben der gesamten Gauvorstandschaft als weitere Ehrengäste auch den Ehren-Landesverbandesvorsitzenden Otto Kragler mit Gattin und den Vorsitzenden des Bayerischen Trachtenverbandes Otto Dufter (ebenfalls mit Gattin) begrüßen. Gauvorsitzender Sepp Schiller ging in seiner Ansprache auf zentrale Themen ein, mit denen sich Landesverband, Gaue und Trachtenvereine beschäftigen müssen. Als er in Erinnerung rief, warum die Trachtler das Kulturgut bewahren und negativen Zeitströmungen entgegentreten müssen, da wurde es fast mucksmäuschenstill im Festzelt. Mit großer Aufmerksamkeit verfolgten die Zuschauer die Ausführungen von Sepp Schiller.
 
Im Anschluss daran nahmen die beiden Vereinsvorstände Adolf Breu und Elfriede Späth die Gelegenheit wahr einige langjährige und verdiente Mitglieder zu ehren.
 
Zu EHRENMITGLIEDERN wurden ernannt:
- Hans Baumann sen.
- Max Brandl
- Elfriede Späth
 
Das EHRENZEICHEN FÜR 10-JÄHRIGE VEREINSTREUE erhielten:
- Josef Dachs jun.
- Markus Holzapfel
- Gabi Schlamminger
- Helmut Schlamminger
Für 20-JÄHRIGE VEREINSZUGEHÖRIGKEIT wurden geehrt:
- Johann Amesberger
- Max Schreiner
- Marianne Schreiner
Für 30-JÄHRIGE VEREINSTREUE wurden ausgezeichnet:
- Elfriede Späth
- Wolfgang Bauer
Für BESONDERE VERDIENSTE (wie überdurchschnittlichen Einsatz für den Verein und Ausübung verschiedener Funktionen) gingen Auszeichnungen an:
- Johann Baumann jun.
- Gerhard Späth
- Max Wiesmeier
- Peter Krupitschka
Elfriede Späth erhielt zudem einen Blumenstrauß und wurde zur „Ehrenfestmutter” ernannt.
 
Auch der Bayerische Waldgau hatte Anlass zu danken und zu ehren.
Durch den Vorsitzenden Sepp Schiller und seinen Stellvertreter Franz Rainer erfuhren zwei Mitglieder des Jubelvereins eine besondere Auszeichnung. Maria Stoiber und Josef Wittmann erhielten den großen Gau-Ehrenbrief. Beide hatten über das gewöhnliche Maß hinaus Leistungsbereitschaft und enormes Engagement an den Tag gelegt, indem sie in verschiedenen Funktionen Verantwortung für den Trachtenverein Grafenwiesen übernahmen.
 
Bevor die „Heimatsterne” von der Kapelle „Gsteckenriebler” das musikalische Kommando übernahmen, spielten beide Kapellen zusammen noch den Marsch „Deutsche Treue”. Das begeisterte Publikum entließ die erste Festkapelle erst nach zwei Zugaben.
 
Beim abendlichen Heimatabend im Festzelt übernahm Festleiter Johann Bau-mann die Moderation der verschiedenen Darbietungen. Es wirkten hier mit: die Kinder- und Jugendtanzgruppe, die Kindersinggruppe, die Erwachsenentanzgruppen aus Grafenwiesen und Hohenwarth, die „Stoiber-Deandln” (Elfriede und Luise) sowie die Tanz- und Plattlergruppe des Trachtenvereins „d`Hoamattreuen Duisburg.
 
Nach der Beendigung der Brauchtums-Darbietungen spielten bis Mitternacht noch fleißig die „Heimatsterne” (mit den zwei Vereinsmitgliedern Ernst Wiesmeier und Karl Hoffmann) für die Bierzeltbesucher auf.
 
 
Sonntag, 5. Juli 2002
 
Schon zeitig in aller Herrgottsfrühe begann für die Vereinsmitglieder und übrigen Ortbewohner der Fest-Sonntag.
Einige fleißige „Heinzelmännchen” hatten noch in der Nacht das Festzelt wie-der auf Vordermann gebracht und waren mit Besen dem Unrat zu Leibe gerückt.
 
Ab 6 Uhr morgens wurden die Grafenwiesener schon in ihren Betten von klingendem Spiel der Festkapelle „Die Weiß-Blau-Königstreuen” geweckt, die im Dorf die Runde machte und mit einem Ständchen bei Festmutter Betz-Brem, Schirmherrn Becker, Bürgermeister Dachs, Alt-Bürgermeister Ritzenberger, Alt-Bürgermeister Brandl und Ehrenfestmutter Elfriede Späth vorstellig wurde.
 
Bei der Einholung des Patenvereins „Kaitersbergler” aus Hohenwarth wurde die Patenbraut Lisa Heitzer und ihre kleinen Begleiterinnen mit kräftigem Applaus bedacht. Für den Patenverein begann zu diesem Zeitpunkt seine wichtigste Aufgabe, nämlich die Einholung aller ankommenden Vereine. Diese wurden von Festleiter Johann Baumann alle namentlich im Festzelt willkommen geheißen.
 
Um 8.30 Uhr machte sich der Festverein wiederum auf den Weg, um den Schirmherrn, die Festmutter, die Festbraut und die Festdame einzuholen. Während der Schirmherr im schmucken Trachtenanzug erschien, hatten die weiblichen Festpersönlichkeiten jeweils eine wunderschöne bodenlange Festtracht gewählt. Die Vereinsmitglieder und Zuschauer sparten nicht mit Beifall.
 
Beim Kirchenzug führte die Festkapelle „Die Weiß-Blau-Königstreuen” die Marschkolonne mit den Vereinen an. Im Innenhof der Grundschule war ein Podium für den Geistlichen und die Sänger errichtet worden. Der Festgottesdienst wurde vom Grafenwiesener Männerchor unter der Leitung von Roland Häring mit der „Waidler-Messe” gesanglich umrahmt. In seiner Ansprache stellte Pfarrer BGR Karl Schmid das Motto auf der Fahne des Jubelvereins „Treu der Sitt – Treu der Tracht – Treu der Heimat” in den Mittelpunkt seiner Predigt. Während des Gottesdienstes segnete er dann auch die Festbänder und die restaurierte Standarte aus dem Jahr 1929. Während junge Trachtler aus der Kindergruppe den Ministrantendienst versahen (Evi Wiesmeier, Bettina Schilhansl, Seppi Dachs und Julian Brem), wurden die beiden Lesungen von Schirmherr Alwin Becker und Vereinsmitglied Martina Wiesmeier vorgetragen. Die Fürbitten lasen die Festmutter Monika Betz-Brem, die Festbraut Silke Breu und die Festdame Jasmin Breu. Einige männliche Vereinsmitglieder in Tracht übernahmen den Mesnerdienst.
 
Nach dem Rückmarsch der Vereine zum Festzelt wurden während der Mittagspause die Ehrentänze durchgeführt. Es moderierte Eduard Baier aus Kollnburg als Vertreter des Volkstanzreferenten des Bayerischen Waldgaues.
Durch den stellvertretenden Landesverbands-Vorsitzenden Bernd Walter wurden folgende verdiente Personen geehrt:
 
LANDESVERBANDSEHRENZEICHEN IN SILBER:
- Maria Stoiber (Grafenwiesen)
- Josef Wittmann (Grafenwiesen)
- Resl Schick (Haibach)
 
LANDESVERBANDSEHRENZEICHEN IN GOLD:
- Maria Schmid (Furth im Wald)
- Franz Kaiser (Furth im Wald)
- Ignaz Greisinger (Furth im Wald)
- Otto Penzkofer (Viechtach)
- Fritz Maier (Runding)
- Ernst Sacher (Hunderdorf)
 
Die Brauerei Aldersbacher (vertreten durch Herrn Fuchs) präsentierte sich mit der amtierenden Weißbier-Königin Sandra Baumgartner, die sich den Festzeltbesuchern ebenfalls vorstellte.
 
Ein absoluter Publikumsmagnet war der prächtige Festzug, der ab 14 Uhr durch den Ort Grafenwiesen führte. 51 Vereine erwiesen dem Jubelverein die Ehre ihres Besuches. Angeführt von der Festkapelle, dem Jubelverein und Patenverein, folgten die übrigen Trachtenvereine aus dem gesamten Bayerischen Waldgau. Die Nachhut bildeten die Feuerwehren von Grafenwiesen, Sperlhammer und Voggendorf, sowie der Kriegerverein, Sportverein, Sportkegelclub und der Reit- und Fahrverein. Auch zwei wunderschön geschmückte Kutschen mit einigen Ehrenmitgliedern fuhren mit. Die Ortsbewohner hatten ihre Anwesen sauber hergerichtet und beflaggt, und so zeigte sich das Dorf in herrlichem „Festgewand”. In der Ortsmitte bei der Linde hatte Wolfgang Harzfeld als Sprecher Aufstellung genommen. Mittels Mikrofon und Lautsprecheranlage begrüßte er jeden einzelnen vorbeiziehenden Verein mit Fahnenträger namentlich und kommentierte so die Festzugteilnehmer für die sehr zahlreich gekommenen Zuschauer.
 
Wieder im Festzelt angekommen, wurden die einziehenden Vereine vom Fest- und Patenverein im Spalier beklatscht. Großen Anklang bei den Festzeltbesuchern fand der Einmarsch der einzelnen Fahnen. Festleiter Johann Baumann nannte jeden Fahnenträger namentlich und unter tosenden Beifall ließen die Fahnenjunker ihre Fahnen stolz schwingen.
 
Abschließend wurde noch voller Inbrunst von allen Anwesenden die „Bayern-Hymne” gesungen, bevor die Fahnen wieder ausmarschierten.
 
Landrat Theo Zellner ließ „seine Gefühle sprechen” und richtete ein leidenschaftliches Grußwort an die über 2.000 Besucher im Festzelt.
 
Danach hefteten die weiblichen Festpersönlichkeiten ihre Bänder an die Fah-nen. Die Erinnerungsgeschenke (geschmackvolle Glasaufsteller mit dem Vereinswappen und Fest-Daten) wurden verteilt.
 
Der Festzeltbetrieb ging noch bis zum Abend weiter mit den „Weiß-Blau-Königstreuen”.
 
Um 19 Uhr übernahmen dann die „Chambtaler Spitzbuam” das musikalische Regiment. Zudem waren auch die „Bayerwald-Schnalzer-Deandln” gekommen und ließen auf den Tischen über den Köpfen der Festzeltbesucher ihre Peitschen laut knallen. Die engagierte Musikkapelle mit den jungen Musikern konnten die Massen begeistern und so mancher Bierzeltbesucher ließ es „gewaltig krachen”.
 
 
Montag, 8. Juli 2002
 
Zum Festausklang am Montagabend hatte der Trachtenverein die Showband „Waidler-Power” (vorher „Bavaria-Quintett”) verpflichtet. Das man mit dieser Kapelle einen guten Griff getan hatte, bewiesen die fünf Vollblut-Musiker vielmals. Mit toller Musik quer durch alle Musikrichtungen, mit Showeinlagen, sprühenden Humor und witzigen Einfällen trieben sie die Stimmung richtig hoch.
 
Positiv auf die Besucherzahl wirkte sich der Umstand aus, dass der Veranstalter den Montag zum „Tag der Betriebe, Vereine und Behörden” deklariert hatte.
 
Einen ersten Rückblick auf das durchgeführte Fest gaben Festleiter Baumann, Schirmherr Becker und Bürgermeister Dachs.
 
Bevor man dann zu Ziehung der Tombola-Gewinner schritt, richtete Vorstand Adolf Breu noch einen Dank an Bürgermeister, Gemeinderat und den gemeindlichen Bauhof für die Unterstützung im Vorfeld und bei der Abwicklung des Festes.
 
Als „Glücksfeen” betätigten sich Monika Betz-Brem, Silke Breu, Jasmin Breu, Lisa Heitzer und Elfriede Heitzer. Der glückliche Gewinner des 1. Preises (einen Reisegutschein für 1.100 Euro) war Vereinsmitglied Karl Hoffmann.
 
Ein „Fest der Superlative” fand nach vier ereignisreichen Tagen sein Ende. Obwohl der Wetterbericht nicht sehr schön verhieß, war dem Jubiläumsfest Sonnenschein ohne Ende beschieden.
Dem Festausschuss war es gelungen ein gefühlsbetontes Fest ohne größere Pannen vorzubereiten und durchzuführen.
Ein großer Dank gebührt dem Sportverein Grafenwiesen mit Ulrich Kleinert und Johann Gmach an der Spitze, die sich freiwillig bereit erklärt hatten, den Arbeitsdienst im Festzelt zu übernehmen. So konnten sich die Trachtenvereinsmitglieder uneingeschränkt den Repräsentationsaufgaben widmen und entspannt das Fest genießen.